Mit dem Roller durch Bali – Die Dritte

Mit dem Roller durch Bali – Die Dritte

Heute also sollte der Tag regenfrei sein… Und tatsächlich, wir sind bei bestem Wetter aufgestanden. Nach einem kleinen Frühstück haben wir beim Hotel einen Roller ausgeliehen mit dem wir die umliegenden Tempel und Dörfer besichtigen wollten.
In der eher ruhigen Gegend um Candidasa war nun auch Lena mutig und hat sich hinter das Steuer des Rollers geschwungen. So konnte sich Andi heute mal chauffieren lassen 😉

Erstes Ziel sollte das Ureinwohnerdorf Tenganan sein. Im Dorf rund 90 Familien und es wird sehr darauf geachtet die traditionellen Gene nicht mit andere zu vermischen 😉 Wer eine Ehe mit jemandem außerhalb des Dorfes schließen will wird verstoßen…
Das Dorf an sich ist sehr touristisch angehaucht. Bzw. die Menschen des Dorfes haben sich dem Tourismus angepasst und wollen diverse Souvenirs verkaufen. Ansonsten kann man die Dorfstraße entlanglaufen und die Häuser begutachten. Interessant, aber nicht unbedingt sehr spektakulär. Wir haben auf unseren Wegen durch Bali bereits ähnliche Bauten gesehen.

Ureinwohnerdorf Tenganan
Grenztor zwischen Dorf und Jungle

Am Ende der Straße, kurz bevor der Jungle beginnt, dachten wir wir gehen einfach mal noch ein paar Meter weiter. Gelandet sind wir dann in einem Haus eines Imkers. Hier haben wir einen netten jungen Mann getroffen, der uns kurz etwas über die Bienen erzählt hat. Hier gibt es neben den „normalen“ Bienen auch sehr winzige schwarze Bienen. Diese haben keinen Stachel und der Honig schmeckt eher etwas säuerlich. Der Geschmack war wirklich etwas ungewöhnlich… Eben einfach nicht süß 😉 Und darüber hinaus hat er leicht nach Mango geschmeckt…
Der junge Mann erzählte dann noch etwas vom Jungle in dem er mit seiner Familie lebt und, dass es ganz in der Nähe eine wirklich fantastische Reisterrasse gibt. Diese wird durch die Bewohner des Jungles bewirtschaftet. Kurzerhand fragten wir, ob es möglich ist dort hinzulaufen. Er erklärte sich bereit uns zu führen und dann ging sie los: Unsere Tour durch den Jungle. Anfangs waren wir nicht ganz sicher, ob er uns abzocken und einfach nur Geld verdienen wollte. Wir waren uns jedoch einig: Wir lassen es darauf ankommen und haben beschlossen mit ihm zu gehen.

Auf dem Weg berichtete er gut und gerne von sich und dem Leben im Jungle. Nachdem er 6 Jahre in der Stadt in einer Fabrik gearbeitet hat ist er zurückgekommen. Seine Mutter ist krank und benötigt seine Hilfe. Seither kümmert er sich um viele ältere Bewohner des Jungles und macht ab und an Trekkingtouren. Im Jungle leben insgesamt 120 Familien. Die Häuser waren teilweise weit auseinandergelegen und man konnte sie nur als kleine Punkte am Hang erkennen. Eine wirklich tolle Strecke durch den Jungle.
Die Menschen des Jungles leben von den Erträgen der Reisfelder oder der Ernte von Palmen und sonstigen Früchten. Wobei sie immer 50% der Ernte an das Dorf abgeben müssen. Es ist im Übrigen auch keinesfalls möglich seitens des Jungles jemanden aus dem Dorf zu heiraten…!

Als wir also einige Meter bergauf durch den Jungle gestiegen sind erwartete uns tatsächlich eine Atemberaubende Aussicht über eine unbeschreibliche Reisterrasse! Das haben wir uns beide nicht so vorgestellt. Die Weite war enorm und der Ausblick einfach nur fantastisch. An einer solchen Reisterrasse sind wir bisher noch nicht vorbeigekommen. Leider haben wir beide vergessen wie groß die Reisterrasse ist, aber sie ist auf jeden Fall die zweitgrößte auf Bali 😉

atemberaubender Blick über die Reisterrasse
die Felder der Reisterrasse

Wir sprachen einiges über den Anbau der Reisfelder und er zeigte und seinen Onkel und seine Tante, die gerade beim Anpflanzen waren. Andi ergriff die Gelegenheit beim Schopfe und fragte ganz frei, ob wir das nicht mal probieren könnten mit dem Reis pflanzen. Tja, und kaum gefragt, schon geschehen. So standen wir beide barfuß und mit hochgekrempelten Hosen im Reisfeld und haben eingepflanzt. Alle haben sich amüsiert und wir waren kurz die Attraktion: „Weiße im Reisfeld“ 😉

Anschließend haben wir uns auf den Rückweg zum Dorf gemacht, wo unser Roller auf uns wartete. Wir waren auf jeden Fall froh diesen Abstecher gemacht zu haben und haben im Gespräch auch viel von Bali und den im Jungle lebenden Menschen erfahren. Abseits vom Tourismus war das mal so richtig authentisch 😊 Und tatsächlich, er wollte am Ende unserer Tour kein Geld haben. Zumindest hat er uns nicht aufgefordert ihm etwas zu geben.

Zurück am Roller waren wir beide noch total glücklich und haben uns auf den Weg zu Tirta Gangga gemacht, einem sehr schön angelegten Wassertempel. Die Anlage umfasste mehrere Wasserbecken und einen Wasserturm und man hatte insgesamt einen sehr schönen Ausblick. Auch hier hätte man wieder baden gehen können und sich mit dem heiligen Wasser reinigen können.

Wassertempel Tirta Gangga
Wassertempel

Auf dem Rückweg in Richtung Hotel wollten wir dann eigentlich noch einen weiteren Tempel in Candidasa besichtigen. Hier soll es eine Höhle geben, in der einige Fledermäuse zu sehen sind. Allerdings haben wir ihn nicht gefunden 😉
So sind wir kurzerhand noch in das gut 10 Kilometer entfernte Padangbai gefahren. Von Hier fahren die Fähren und Schnellboote nach Lombok ab und wir wollten uns erkundigen wie das mit den Tickets ist. Kaum vom Roller abgestiegen wurden wir auch schon angequatscht… Naja, jetzt wissen wir mal die Preise und werden uns dann morgen entscheiden, welches Boot wir tatsächlich nehmen.

Am Abend haben wir dann im Hotel auf der Terrasse direkt am Meer zu Abend gegessen und den Sonnenuntergang genossen. Das war wirklich ein rundum fantastischer Tag! 😊

3 Gedanken zu „Mit dem Roller durch Bali – Die Dritte

  1. Hi ihr zwei!

    Wir sind beeindruckt, dass ihr eure detaillierten Berichte so tapfer durchaltet zu schreiben. Wirklich tolle Reiseberichte und jedes mal beim Lesen wie ein Kurzurlaub – Danke

    Drücken euch die Daumen, dass sich das Wetter bald wieder an seine Vorgaben hält und sind gespannt, wohin es für euch noch alles geht.

    Liebe Grüße
    Nici und Micha

  2. Hallo ihr Zwei, das sind sehr tolle Berichte! Die Reisterrassen erinnerten mich an Vietnam: es ist sicher eine sehr anstrengende Sache, vor allem, wenn man überlegt, wie wenig Reis kostet. Viel Spaß weiterhin…..
    Grüße von Oma, sie hat sich sehr über eure Karte aus Tokio gefreut. Die war wohl 14 Tage unterwegs. Oma hatte immer vergessen mir dies zu sagen, jetzt hats geklappt.
    Grüßle Mama

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