Canberra

Canberra

Die Nacht war wiedermal echt frostig… Im Fernsehen war für Canberra sogar angegeben, dass es nachts -3 Grad erreicht… Da sind wir ja mal gespannt.

Nach einem wärmenden Kaffee haben wir uns also auf den Weg nach Canberra, der Hauptstadt von Australien, gemacht. Die noch verbleibenden 400 Kilometer sind wir recht gemütlich mit vielen Pausen gefahren.
In Canberra angekommen wollten wir zunächst wissen, wo wir die Nacht verbringen. Da so kalte Temperatuten angesagt waren wollten wir einen guten Platz mit Strom und auch einer „Innenküche“. Das war dann auch gar nicht so leicht. Die ersten beiden Campingplätze waren dafür nicht so richtig geeignet. Also mussten wir uns zwangsläufig für den Luxus-Platz hier in Canberra entscheiden. Naja, für die letzte Nacht im Bus kann man ja nochmal was raushauen 😉

Anschließend wollten wir uns auf Erkundungstour durch die Hauptstadt machen. Einen Stadtplan konnten wir vom Campingplatz mitnehmen und hatten daher schonmal einen guten Überblick. Die Region um Canberra ist übrigens ein eigenes Territorum… Und Canberra selbst ist Hauptstadt geworden, da sich Melbourne und Sydney um diesen Titel stritten. Als Kompromiss hat man sich für Canberra entschieden, da die Stadt ungefähr in der Mitte zwischen den beiden Metropolen liegt. So ist sie seit 1908 die Hauptstadt Australiens.

Als erstes sind wir zum „Australian War Memorial“ gefahren. Dieses Mahnmal erinnert an alle in den vergangenen Kriegen gefallenen australischen Soldaten. Es gibt Tafeln, auf denen die Gefallenen namentlich aufgeführt sind. Schon irgendwie krass und eindrücklich, wenn man daran vorbeiläuft.
Neben den Denkmälern gibt es diverse Ausstellungen über die vergangenen Kriege, die man kostenfrei durchlaufen kann. Nachdem wir durch die Ausstellungen des ersten und zweiten Weltkrieges durchgelaufen waren sind wir durch die weiteren Ausstellungen (z.B. Vietnamkrieg und Koreakrieg) recht zügig durchgelaufen. Irgendwie war das alles ganz schön erdrückend und viel…

War Memorial
Gedenkhalle

Nach dem Besuch des Mahnmals sind wir über die ANZAC Parade in Richtung Stadtzentrum gelaufen. Die ANZAC (Australian and New Zealand Army Corp) Parade ist eine breite Allee, die den Lake Burley Griffin und das War Memorial verbindet. Vom See kommt man dann über eine Brücke ins Zentrum. Entlang der Allee stehen 11 Ehrenmäler, die an Australiens Einsatz in den Kriegen des 20. Jahrhunderts erinnern.

ANZAC Parade

Der Burley Griffin See ist 1963 aufgestaut worden, um der Hauptstadt einen Wasserzugang zu bieten. Denn das hat die Hautstadt aufgrund ihrer Entfernung zum Meer nicht. Verrückt die Australier… 😉
Um den 6,6 Km² großen See gibt es Spazierwege und es ist wirklich auch ein herrlicher Ausblick.

Glockenuhr am Lake Burley Griffin

Über eine Brücke sind wir dann zum alten Parlament gelaufen. Der weiße Prachtbau war bis 1988 das „Zuhause“ der Politik. Heute kann man durch die alten Räume durchschlendern und lernt etwas über die Geschichte der australischen Politik. Vor dem ehemaligen Parlamentsgebäude steht die „Aboriginal Tent Embassy“, die Botschaft der Aborigines. Wir hatten erst irgendwie gedacht, dass hier demonstriert wird, weil es echt eine alte „Zeltstadt“ ist und irgendwie an eine Demo erinnert 😊 Aber wie wir dann gelernt haben erinnert diese seit 1972 (!!!) an die Ansprüche der Ureinwohner auf Land und Selbstbestimmung und ist ein echtes Symbol.

altes Parlament
Senatssaal

Nachdem wir im alten Parlament waren wollten wir uns auch das neue Parlament nicht entgehen lassen. Das neue Parlament ist ein echter Mammutbau (8 Jahre Bauzeit, 1,1 Millionen australische Dollar, 4700 Räume, …). Man kann auf dem Gasdach des Gebäudes wohl auch rund um die Uhr spazieren gehen. Sehen konnten wir das neue Parlament schon von weitem, da ein Park das alte und neue Parlamentsgebäude verbindet.
Am Parlament angekommen, mussten wir leider feststellen ein paar Minuten zu spät zu sein, es hatte schon geschlossen. Aber auch von außen ist der Bau schon wirklich imposant. Mal sehen, vielleicht kommen wir morgen nochmal für eine Führung wieder.

neues Parlament

Vom Parlament aus konnte man in einer Linie über das alte Parlamentshaus, über die ANZAC Parade, bis zum War Memorial schauen. Das war ein wahnsinniger Ausblick.
So haben wir uns auf den Rückweg zu unserem Auto gemacht. Dabei sind wir entlang des Uferrundweges gelaufen und konnten einen fantastischen Sonnenuntergang sehen.

Sonnenuntergang

Da unser Stadtspaziergang doch etwas länger gedauert hat, bzw. wir diesen wegen der Suche nach einem Campingplatz erst spät beginnen konnten mussten wir einige Dinge auf den nächsten Tag verschieben.
So haben wir uns nach dem Frühstück auf den Weg zum Nationalmuseum von Australien gemach. Die Ausstellung ist ebenfalls kostenlos und wir hatten gehofft hier nochmal mehr über das Land zu erfahren, durch das wir bis hier bereits 12000 Kilometer gereist sind. Die Ausstellung selbst war leider recht unübersichtlich, dennoch konnten wir Dinge über Waldbrände und die einstige Besiedelung erfahren.

Nach dem Museumsbesuch haben wir uns entschieden nicht noch einmal zum neuen Parlament zu fahren und eine Führung zu machen. Daher haben wir uns direkt auf die Weiterfahrt in das gut 400 Kilometer entfernte Sydney gemacht. Hier müssen wir das Auto ohnehin morgen abgeben.

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